Betrug bei Hitmeister.de

Betrug

Manchmal passieren online wirklich seltsame Dinge:

Am 27. November 2016 um 17:15 Uhr erhielt ich eine E-Mail von Hitmeister. Bei Hitmeister handelt es sich offenbar um ein Internet- bzw. Online-Kaufhaus. Gehört hatte ich davon vorher noch nie. Um so mehr verwunderte mich die Betreff-Zeile dieser unerwarteten E-Mail, nämlich: «Herzlich willkommen bei Hitmeister!» Dies erweckte dann doch meine Aufmerksamkeit. Der Mail-Inhalt lautete wie folgt:

erste-E-Mail-Hitmeister

Insbesondere die Tatsache, dass es darin hieß, ich hätte (m)eine «Anmeldung erfolgreich abgeschlossen», ließ mich aufhorchen. Denn dazu ist normalerweise bekanntlich die Bestätigung der E-Mail-Adresse erforderlich. Nur: dort angemeldet hatte ich mich garantiert nicht. Auch die E-Mail-Adresse, über die ich diese Hitmeister-Mail empfangen hatte, hatte ich bisher nur ein einziges Mal verwendet – es ist eine der vielen Wegwerf-Adressen bei web.de, die ich in den letzten Jahren irgendwann einmal angelegt habe.

Also habe ich die Webseite von Hitmeister aufgerufen und getestet, ob ich mir mit der Passwort-vergessen-Funktion ein (neues) Passwort zusenden lassen kann. Unter dem Betreff «Hitmeister – Passwort zurücksetzen» erhielt ich um 17:23 Uhr tatsächlich die folgende automatische E-Mail:

Passwort vergessen Hitmeister

Über den in der Mail enthaltenen Link habe ich mir sodann ruckzuck ein Passwort erstellt. Die Bestätigung der Passwortänderung kam postwendend um 17:24 Uhr mit dem Betreff «Ihr Hitmeister Passwort wurde geändert». So sah diese Bestätigungs-Mail ganz konkret aus:

Hitmeister-Passwortänderung

[Hinweis: Meine E-Mail-Adresse habe ich unkenntlich gemacht!]

Mit diesen Daten habe ich mich anschließend bei Hitmeister eingeloggt. Bei den Kundendaten stand im Account nur eine Berliner Adresse. Ein Name war nicht angegeben, aber offenbar hatte Hitmeister aus einem Teil meiner E-Mail-Adresse einen Familiennamen abgeleitet: «Schatten».

Die Berliner Adresse lautete übrigens wie folgt: Greifswalder Str. 158 in 10409 Berlin. Interessanterweise findet man unter dieser Adresse einen Elektronik-Markt namens «Urban & Krüger». Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Betreiber etwas mit diesem Betrugsversuch zu tun haben.

Es dauerte keine weitere Minute, da hatte ich festgestellt, dass eine Bestellung offen war. Jemand hatte über den Fake-Account dieses iPhone SE mit 64 GB Speicher bestellt. Stolzer Preis: fast 530,00 Euro. Natürlich habe ich die besagte Bestellung sicherheitshalber umgehend storniert.

Diese Bestellung musste erst kurz zuvor getätigt worden sein, denn: um 17:31 Uhr (also nur 16 Minuten nach dem Erstellen des Fake-Accounts) erreichte die nächste E-Mail aus dem Hause Hitmeister. Betreff: «Hitmeister – bitte zahlen Sie Ihre Bestellung in einer Barzahlen-Akzeptanzstelle»:

Hitmeister-Bestellbestätigung

Direkt nach Erhalt dieser Bestellbestätigung bzw. Zahlungsaufforderung habe ich den Fake-Account bei Hitmeister dann endgültig gelöscht. Schließlich wollte ich nicht, dass jemand damit Schindluder treibt. Um 17:34 Uhr erhielt ich postwendend die Bestätigung meiner Kündigung:

Hitmeister-Kündigungsbestätigung

Nun dachte ich, damit sei es erledigt. Dem war aber nicht so. Denn am 30. Noveber um 15:05 Uhr (also drei Tage später) flatterte mir schon wieder eine E-Mail ins Postfach. Diesmal aber nicht von Hitmeister. Absender war eine Adresse des Zahlungsanbieters barzahlen.de, über den das iPhone ja hätte bezahlt werden sollen. Leider ist diese E-Mail von barzahlen.de so lang, das ich sie hier nicht per Screenshot abbilden kann. Im Anhang zur Mail befand sich übrigens auch noch dieser Zahlschein als PDF.

Natürlich habe ich darauf nicht reagiert. Doch war das nun das Ende der Geschichte? Nein, noch nicht ganz. Denn barzahlen.de schickte mir am 2. Dezember um 00:05 Uhr eine weitere E-Mail – um mich wort- und bildreich darüber zu informieren, dass meine Bestellung verfallen sei:

barzahlen-bestellung-verfallen

Zu meiner großen Überraschung war es damit dann aber auch gut. Seitdem ist mir klar, dass ich über Hitmeister garantiert nie etwas einkaufen werde. Viel zu unsicher…

Über Rainer Hornberger 26 Artikel
Geboren in München (1966). Blogger mit Herz und Hirn. Frankreichfan - und Vater von drei Kindern. Rechtschreib-Nazi aus Überzeugung und mit Leidenschaft. Das beschreibt mich gut.