der (w)irrste Traum seit Jahren

Albtraum

In der vergangenen Nacht bin ich gegen 04:15 Uhr aufgewacht – hochgeschreckt aus einem der irrsten und wirrsten Albträume, die ich in meinem Lebens wohl jemals hatte! Klar, dass danach an Schlaf nicht mehr zu denken war. Aber da muss ich halt durch!

Hier jetzt eine Zusammenfassung des Albtraums:

Ich saß in einem großen Raum. Keine Ahnung, wo. Schräg rechts von mir, etwas erhöht hinter einem schweren Tisch, tronte ein älterer Mann. Direkt mir gegenüber erblickte ich eine Frau. Auch sie saß. Ihr Gesicht vermochte ich nicht zu erkennen – es war unscharf wie auf einem Bild, das man mit einer Blur-Funktion bearbeitet hatte. Die Frau und ich waren stumm. Der Mann sprach über etwas, aber inhaltlich bekam ich nichts mit. Bis er zu der Frau sagte:

(…) Auf der Basis aller Zeugenaussagen, der gutachterlichen Einschätzung und des Akteninhaltes bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es sich bei Ihnen um eine eiskalte, berechnende, völlig unempathische und egoistische Person mit enorm vielen Defiziten handelt, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann. Das sprengt den Rahmen!

Insbesondere auch durch Ihr Verhalten während des gesamten Verfahrens wurde mir deutlich, dass Sie als Mutter für die Erziehung von Kindern charakterlich absolut ungeeignet sind. So etwas wie Sie habe ich in 30 Jahren noch nie erlebt!

Ich nehme Ihnen die Kinder weg und gebe sie zum Vater.

In diesem Moment brandete in dem großen Raum tosender Applaus auf. Ich erschrak, denn ich hatte die anderen Menschen gar nicht bemerkt. Jemand klopfte mir von der Seite jovial auf die Schulter und sagte zu mir: „Erfolg auf ganzer Linie. Glückwunsch!“

Ich wusste gar nicht, was er meinte. Ich hatte keine Ahnung, worum es eigentlich ging, wo ich war oder was das alles sollte. Ich war einfach nur verwirrt. Desorientiert. Durcheinander. Ich blickte fragend in die Richtung der Frau – und da passierte es auch schon:

Die weichgezeichnete Frau zog eine Pistole, hielt die Mündung gegen ihre rechte Schläfe und drückte ab. Ihr Hirn spritzte meterweit. Panik brach aus. Chaos. Alle wollten nur noch raus. Ich wurde durch die flüchtende Menge direkt auf die Straße geschoben.

Dort stand ich eine Weile lang wie in Trance. Bewegen konnte ich mich nicht. Auf einmal packte mich jemand fest an der Schulter und zog mich ruckartig von der Fahrbahn. Millisekunden später raste ein schwerer LKW mit überhöhter Geschwindigkeit über den Platz, an dem ich ja gerade noch gestanden hatte. Aber irgenwie beeindruckte mich das gar nicht.

Ziemlich apathisch drehte ich den Kopf nach links und sah dem LKW hinterher. Er bremste sofort mit quietschenden Reifen ab. Als er ganz zum Stillstand gekommen war, öffnete sich die Fahrertüre, und ein optisch äußerst primitiv wirkender Mann mit wutverzerrtem Gesicht lehnte sich sitzend halb aus der Türe heraus. Er schrie und brüllte in meine Richtung:

Ich hab’s Deiner Mutter damals doch gesagt: Wenn Du Dich hier blicken lässt, dann bring‘ ich Dich um! Über Dich fahr‘ ich dreimal mit dem LKW drüber!

Danach zog der zornige, höchst aggressive Mann die Fahrertüre zu, gab Gas und raste mit dem LKW in derselben Richtung davon. Ich folgte ihm mit starrem Blick. Auf der Rückseite dieses LKWs las ich die Aufschrift: „MS Logistics“ – aber das sagte mir nichts.

Dann der nächste Schreck: ein alter Güterzug raste mit Höchstgeschwindigkeit von rechts in den zügig davonfahrenden LKW! Der LKW und der Mann wurden dadurch geradezu pulverisiert. Der Güterzug entgleiste. Es rumpelte, schepperte und krachte laut.

Staub hüllte alle auf der Straße Anwesenden dick ein.

An dieser Stelle des Albtraums wachte ich auf. In den ersten «wachen» Minuten fühlte ich mich ebenso verwirrt, desorientiert und durcheinander wie im Traum. Eine halbe Stunde später wurde mir dann aber klar, welche Macht unser Unterbewusstsein doch hat.

Über Rainer Hornberger 24 Artikel

Geboren in München (1966). Blogger mit Herz und Hirn. Frankreichfan – und Vater von drei Kindern. Rechtschreib-Nazi aus Überzeugung und mit Leidenschaft. Das beschreibt mich gut.

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